Menu

Einführung in die Gruppenarbeit mit Forumtheater

5. Mai 2007 - Beteiligung und Selbstorganisation, Wissenschaft
Einführung in die Gruppenarbeit mit Forumtheater

Das Grundwissen zur Gruppenarbeit wurde in den Zeiten der Jugendarbeit und des Wandervogel als Methoden der Selbstorganisation auch organisch erlernt. Für Menschen in der beteiligenden Pädagogik und der Sozialen Arbeit sind sie Reflexions-Notwendigkeit und Wissens-Grundlage.

Einführung in die Gruppenarbeit mit Forumtheater

durch biografische Zugänge und Handlungsorientierung
Modell für zwei Semester im Studium zB Angewandte Sozialwissenschaften

1.Einheit Vorstellungen
1.1.Vorstellungen: Personen, Namen, Rollen, Funktion im Rahmen des Semesters
1.2.Vorstellungsrunden als prägender Einstieg und Definition der gemeinsamen Arbeit
1.3.Ziele der Veranstaltung, Klärung von Projektarbeit und Praxis-Erleben

2.Einheit Theater – Methoden: vom Statuen – zum Forumtheater
2.1.Das Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal
2.2.Statuen- und Bilder-Theater: In Bildern denken lernen
2.3.Bildertheater: Entschlüsselnde Übungen zur Schärfung der Sinne

3.Einheit Theater – Methoden zur Bewußsteinsbildung
3.1.In der Wiederholung wird Theater daraus: Rituale und ihre helfende Struktur
3.2.Der dramatische Punkt und die “Chinese Crisis”
3.3.Gestalt-Methoden im Spannungsfeld von Professionalität und persönlichem Bezug
3.4.Theorien von Ausdruck, Bewußtheit und Veränderung

4.Einheit Rolle und Veränderung
4.1.Angst und Lust in Veränderung, Rückfall und Neuversuch sind wie Suchtrituale
4.2.Rollenanteile des Theaters und des alltäglichen Lebens: Bewußtheit verändert
4.3.Das Modell Lindenstrasse im improvisierten Theater: Spiellust entfesseln

5.Einheit Gestaltungsformen für Veranstaltungen
5.1.Anlaß und Erwartung, bekannte Vor-Formen prägen unsere Möglichkeiten
5.2.Raum und Gestaltung, Wertschätzung und Austauschformen
5.3.Programmverlauf und Umgang mit Veränderung und Störung

6.Einheit Zukunftswerkstatt als Methodenreihe
6.1.Herkunft und Verbreitung, Varianten und Einsatzmöglichkeiten
6.2.Konzeptionstechnik und Vorbesprechungen, Zielgruppenbezogen
6.3.Vereinbarungen zu Thema und Beteiligung im Verlauf, Dokumentationsmöglichkeiten

7.Einheit Analyse- Methoden
7.1.Spinnweb- und Fronten-Analyse: “objektiv und an der Oberfläche”
7.2.personale Bezüge: Lebenswelt und Herkunftsgeschichte
7.3.gruppendynamischer Bezug: Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen
7.4.und am Schluß: Die positive Wende als Vorgeschmack der Utopie

8.Einheit vom Traum zur Utopie
8.1.“von aussen nach innen” oder umgekehrt? persönliche Träume und Gesellschaftsbilder
8.2.zwischen Traum und Tragfähigkeit: Kriterien im jeweiligen Gruppenbezug, Gestaltung
8.3.Utopien brauchen oft mehrere Anläufe: Auf dem Weg zum gemeinsamen Traum
8.4.Im Plenum: Bewertungen und Entscheidungen

9.Einheit Strategien und Verwirklichung
9.1.Entscheidung und Reduzierung der eigenen und gemeinsamen Ziele
9.2.Zeitplan- Techniken und Planungsmethoden aus verschiedenen Berufssparten
9.3.Sicherung der Ergebnisse und ihrer Umsetzung,
9.4.Der Traum von der permanenten Zukunftswerkstatt und die Ängste davor

10.Einheit Reflexion als Neu-Anfang
10.1.Bewußtmachen der erlebten Arbeitsformen als Lernvorgang (Entzauberung)
10.2.Der Dialog und der Lebenswelt- Ansatz bei Paulo Freire
10.3.Die Zukunftswerkstatt- Moderation als Geburtsvorgang

11.Einheit Gruppenphasen und Gesprächs- und Arbeitsstile
11.1.Zur Theorie der Gruppendynamik: Sammeln und Sichten
11.2.Reflexion der eigenen Situation in verschiedenen Lebensbereichen
11.3.Wiederholungsmodelle und Strukturen- Bewußtheit im Sozialen Feld

12.Einheit Moderationstechniken und persönlicher Stil, Abschiede
12.1.Ich bin meine Person: Bewußtsein bis zum persönlichen Clown
12.2.Auftritt und Berufsrolle: Von der Kleidung bis zum Werkzeug, Sicherheiten
12.3.Zusammenfassung und Verabschiedung: Wie ich mich in Erinnerung behalte

Benotung und Semesterarbeit
Für das Seminar besteht Anwesenheitspflicht gegenüber der Gruppe: Gruppenarbeit setzt ein hohes Maß an Selbstorganisation der Studierenden voraus, gemeinsame Projekte durchzuführen und mit Verhinderungen und Störungen produktiv umzugehen.
Als Grundlage der Jahres-Beurteilung ist eine kurze persönliche Arbeit mit fachlicher Qualität (Literaturhintergrund, persönlich + objektiv, Zitate etc. erkennbar) anzufertigen, die

einerseits möglichst schon der Arbeit der Gruppe dienen soll (Projektberichte, Recherchen, Einschätzungen, auch kritische Fragestellungen und Zusammenfassungen),

andererseits die Umsetzung der Methoden (+ Versuche, einschliesslich reflektiertem Scheitern) und die Einschätzung im sozialpädagogischen Kontext beinhalten kann. (Deckblatt+3-4 Seiten)

Literaturempfehlungen

Augusto Boal: Theater der Unterdrückten, Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler
SUHRKAMP-TB NF 361, Frankfurt 1979 +1989 (das Grundwissen)
Augusto Boal: Der Regenbogen der Wünsche, Methoden aus Theater und Therapie, Kallmeyer Seelze 1999
Fritz Letsch ua: Theater macht Politik, Die Methoden des Theater der Unterdrückten in der Bildungsarbeit, in der Reihe “Gautinger Protokolle” des Institut für Jugendarbeit, Germeringerstr. 30, 82131 Gauting, (DM 20.-)
Zeitschrift für befreiende Pädagogik, in Heft 10: Es braucht Mut, glücklich zu sein, Anwendung des Theater der Unterdrückten in Europa (vergriffen /Bibliothek)
Zeitschrift für befreiende Pädagogik, in Heft 25/26: Szenen verändern, Theater der Unterdrückten heute, Joker aus Rio unterwegs München Dez 2000
Gisela Honens (Freiburg) und Rita Willerding (Kassel): Praxisbuch feministische Theaterpädagogik, Brandes & Apsel,
wissen & praxis 43 ffm’92
Gerd Koch: Lernen mit Bert Brecht. Bertolt Brechts politisch-kulturelle Pädagogik, Hamburg 1979
Zeitschrift Korrespondenzen der Bundesvereinigung Theaterpädagogik über Prof. Gerd Koch an der Alice-Salomon-FHS, Berlin (8.-)
Robert Jungk, N. Müllert: Zukunftswerkstätten Heyne-Taschenbuch 73
Beate Kuhnt und Norbert R. Müllert: Moderationsfibel Zukunftswerkstätten verstehen, anleiten, einsetzen, Ökotopia- Verlag, Münster DM 36.-
Robert Jungk: Modelle für eine lebenswerte Zukunft, Luchterhand Frankfurt 1990
bolo´bolo, Autor: p.m., endgültige Ausgabe, PARANOIA CITY; Zürich,

Internet-Seiten / bedingt inter-aktiv

www.forumtheater.wordpress.com

 

Internet-Gruppen / bedingt aktiv

TDU-Kollegen

Forum-Theater allgemein http://de.clubs.yahoo.com/groups/forum-theater
Forum-Theater FHM http://de.clubs.yahoo.com/groups/forum-theaterfhm
Freire- Pädagogik http://de.clubs.yahoo.com/clubs/paulofreire
zukunftswerkstatt-moderation http://de.clubs.yahoo.com/groups /zukunftswerkstatt-moderation

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.