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Rock die Neuronen Deines Publikums!

12. Juli 2017 - Projekte und Planungen

Dies ist ein Methodenkoffer für dialogisch-lustvolles Lernen. Frustriert die 999. Podiumsdiskussion mit den üblichen Verdächtigen durchlitten? Gelangweilt von hierarchischen Top-Down-Formaten? Wir blasen frischen Wind in Konferenzräume, Lehrveranstaltungen, Trainings — mit dem Neuronen-Rock: Resümé eines Workshops bei der 4. European Conference for Science Journalists 2017 Copenhagen.

Einladung zum Workshop an der Universität Kopenhagen (c) Goede


Nein, nicht doch: Weder Nürnberger Trichter noch wilhelminische Kadetten- und Paukschule. Hören wir nicht aus allen Richtungen, wir müssten auf Augen- oder Nasenspitzenhöhe miteinander umgehen? Bottom-up wins – hier die Navigation dazu in 19 Schritten.

Workshop-Teilnehmer (c) Goede

Die so schlecht beleumdete, weil in deutscher Sicht wenig disziplinierte Judenschule war ein fruchtbarer Schoß der KOMMUNIKATION und INTERAKTION, DISKUSSION und KREATIVITÄT. Deshalb der erhöhte Lärmpegel. Daher brachte die jüdische Welt so viele Forscher hervor, die die Welt geistig aus den Angeln hoben, wie Freud oder Einstein.

Eisbrecher: Soziometrische Aufstellung (c) Goede

Nach der Vorstellung dieser Methoden erfolgte eine soziometrische Aufstellung über die Fragen, wie vertraut diese Methoden den Teilnehmern waren, wer sie kannte und anwendete, wer andere Methoden kannte. Dabei wurden die folgenden genannt.

  1. Guerilla Science
    Event Management mit Pfiff und Aktion, im Dreier-Schritt: Spark Curiosity. Defy Convention. Inspire Wonder. Beispiel: Sensoric Speed dating, bei Dunkelheit mit den Händen, Nasen, nicht-optischen Sensoren des Körpers.
  1. Science & Cocktails
    Etwa der Vortrag eines bekannten Astrophysikers, wie wir alle aus Sternenstaub entstanden sind, unsere Körper die gesamte Vergangenheit der Geschichte und des Kosmos enthalten, begleitet von entsprechenden Cocktails, „Stardust“ oder „Black Hole“. Spezialität von Christiana, Kopenhagen.
  1. Mind-Map & Mind-Mapping
    Gedankenkarte: Assoziieren zu einem Thema und die Ergebnisse in Rubriken zusammenfassen. Eignet sich auch hervorragend bei Stoffsammlung und Strukturierung von Artikeln, Essays, Schriftliches.
  1. Confession Session/“Tu’ Buße!“
    Mit dem Publikum seine größte Sünde aus seiner Arbeit beichten im Spektrum der sieben bekannten Todsünden, dafür belohnt werden mit Schokolade und Lakritze, quasi als Absolution. Eine neue Methode, die außerordentlich spannend ist, mit großer Lernstimulation für das Publikum, entlastend für die Beichtenden. Vor allem, die Sünden sind gar nicht so gewaltig, wie von den Beichtenden irrtümlich angenommen.

Arbeitsgruppen zu Einzelthemen (c) Goede

Anschließend sammelte die Moderation Themen, die die ECSJ-Teilnehmer mit diesen Methoden bearbeiten wollten. Darunter die Frage, wie man als Wissenschaftsjournalist sich als Entrepreneur etabliert und Zugang zu Sponsorengeldern bekommt; wie man neue ungewöhnliche Zugänge zum Klimathema findet (u.a. Leser fragen); wie man die für Wissenschaft und Technologie Unerreichbaren erreicht (etwa indem man in Einkaufszentren den Einkauf von Käufern in Augenschein nimmt und mit ihnen darüber spricht). Besonders spannend auch die Frage, wie der Wissenschaftsjournalismus politischer wird, was auf der Kopenhagen-Konferenz gefordert worden war.

Maren Schüpphaus und Wolfgang Goede, beide Netzwerk Gemeinsinn, stellten diese Methodenfibel, zusammen mit Marc-Denis Weitze, erstmals auf der Weltkonferenz “Public Communication Science and Technology” PCST 2016 in Istanbul vor und übten sie mit Teilnehmern ein. Im gleichen Jahr wurde der Werkzeugkasten bei der Veranstaltung „acatech am Dienstag“ in München ausgepackt. Im Juni 2017 schließlich fand die Methodologie Eingang in das Programm der 4th European Conference for Science Journalists 2017 Copenhagen.

Präsentation der Arbeitskreisergebnisse (c) Goede

Als grundlegendes Lehrbuch für die Vielfalt von Kommunikation und wie sie sich damit das Verhältnis Wissenschaft und Gesellschaft gestalten lässt, besonders auch unter dem Aspekt „frühzeitige Einbindung der Öffentlichkeit“, etwa bei der künstlichen Fotosynthese, empfiehlt sich „Wissenschaftskommunikation. Schlüsselideen. Akteure. Fallbeispiele“ der Autoren Marc-Denis Weitze und Wolfgang M. Heckl (Kommunikationspreisträger u. Generaldirektor Deutsches Museum), erschienen bei Springer-Spektrum.

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