Friedensprozess Kolumbien?

Aktuell ist der Friedensprozess in einigen Regionen in Gefahr, weil sich viele Kämpfende der FARC von der aktuellen ReGierung in Kolumbien betrogen sehen: Sie steht nicht zu dem Friedensabkommen der Vorgänger.

Der Friedensprozess in Kolumbien:www.lora924.de Radio Lora München 92,4

Warum er uns angeht und was wir daraus lernen

Friede und Versöhnung sind ein global herausforderndes Thema. Neo-Nazis in Deutschland, Rassismus und Nationalismus, wachsender Rechtspopulismus in vielen Ländern stellen das nach dem Zweiten Weltkrieg Erreichte zunehmend in Frage.
Was können wir vom Globalen Süden über neue Methoden und Strategien bei der Friedenssicherung lernen? Nach dem längsten Bürgerkrieg in der Geschichte hat Kolumbien mit den Aufständischen Frieden geschlossen und steht im Befriedungsprozess.
Er wird aktiv von Deutschland gefördert, u.a. vom deutsch-kolumbianischen Friedensinstitut CAPAZ, ins Leben gerufen vom damaligen Außenminister und heutigem Bundespräsident Steinmeier.
Interviews mit dem CAPAZ-Direktor, ehemaligen FARC Kämpfern, Friedensakteuren hüben und drüben zeigen die Hürden vorm Hintergrund der Kolonialhistorie sowie dem Machtgefälle im Nord-Süd-Dialog.
Was wir Deutsche zur Friedenssicherung beitragen und was wir von den angewendeten Methoden lernen können, auch im eigenen Land wieder mehr Frieden zu schaffen.                       
Der Autor, Wolfgang Chr. Goede, ist ehemaliger ASF Freiwilliger (1972/3 Chicago, Community Organizer) und ASF sowie Netzwerk Gemeinsinn Vereinsmitglied. Veröffentlicht bei Maecenata, Berlin, Drehscheibe der Zivilgesellschaft und Forschung dazu.
Es gibt auch eine Sendung in www.lora924.de dazu, verlinkt auf www.fairmuenchen.de:

Was ist Demokratie?

Weiterarbeit an „Demokratie 1920-2020“Was-ist-Demokratie

Ausgehend von der Frage auf dem blauen Bändchen des Kulturreferat der LH München mit vielen Initiativen „Was ist Demokratie?“ den Ideen der Arbeiter-Bauern-und Soldatenräte nachgehen, den Feldern in der SPD und in den königlich-kaiserlichen Parteien des Militarismus,

aber auch den Feldern der burschenschaftlichen, katholischen und alldeutschen Reaktion, der Antisemiten aller Färbungen in Behörden, an Hochschulen und in der Medizin, im Militär, in der Justiz, in den Richterämtern.

Der Beginn der antikommunistischen jugendlichen Schlägerbanden, die auch 1920 den Sexualwissenschaftler Magnus Hirschfeld aus Berlin nach einem Vortrag in München niederschlugen, so dass er am nächsten Tag seine Todesanzeige in der Zeitung lesen konnte …

Für die Auseinandersetzung mit den Schilderungen von Oskar Maria Graf und Lion Feuchtwanger auch die Kreise ansprechen, die sich heute für demokratische Mitwirkung in der Stadt einsetzen …

Sofort begannen die Antisemiten, Rassisten und Germanen-Bündler, Alldeutsche Kolonialisten, reaktionäre Burschenschaftler, katholische Monarchisten und kaisertreue Protestanten, … um die Thule-Gesellschaft sich zu organisieren:

Mehr dazu auf www.raete-muenchen.de

Minna-Henriksson-Thule-Umfeld

Losverfahren und Abstimmung
Demokratische Innovation in der Schweizer Gemeinde Sion

swissinfo.ch/ger/direktedemokratie/losverfahren-und-abstimmung_demokratische-innovation-in-der-schweizer-gemeinde-sion/45156444  Von Sonia Fenazzi

„Das demokratische Erbe durch Experimente mit einem in Oregon entwickelten partizipativen Modell erweitern: Die Gemeinde Sion ist Vorreiter in einem Projekt des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Es wird Bürger einbeziehen, die durch das Los bestimmt wurden.

2000 Menschen erhalten in Sionexterner Link in diesen Tagen Post der etwas anderen Art: Sie sind eingeladen, an dem Projekt teilzunehmen, das zur Bildung eines „Bürgerpanels“ führen wird. An diesem Panel wird  ein Bericht über eine Frage erstellt, die am 9. Februar 2020 einer Bundesabstimmung unterzogen wird. Das Panel wird vier Tage dauern und im November stattfinden.“ swissinfo.ch/ger/direktedemokratie/losverfahren-und-abstimmung_demokratische-innovation-in-der-schweizer-gemeinde-sion/45156444 

Unsere Kolleg*innen haben mit Bürger-Plattformen und ad-hoc-Panels schon allerlei Erfahrungen, und auch die irischen Auseinandersetzungen um Abtreibung und Ehe für Alle gingen durch die Presse, und vielleicht sind die Modelle der polarisierenden Parteien im Finanz-Dschungel auch ausgedient … aber wie wird so ein Modell auch motivierendes Allgemeingut?

Das vorläufige Grundgesetz wollte nach einem Friedensschluß auch eine neue Verfassung? Kommt der Friede erst nach einem Austritt aus der NATO?


Der Klimaschutz erfordert eine Stärkung und Weiterentwicklung unserer Demokratie.

Demokratie lebt vom Vertrauen der Bürger*innen, dass politische Entscheidungen mindestens einen „guten Kompromiss“ der gesellschaftlichen Interessen zum Ausdruck bringen.

Dieses Vertrauen ist heute für viele Menschen gestört. Die Vertrauenskrise der Demokratie, die Erstarkung von Populismus und autoritären Tendenzen, bedroht auch den Klimaschutz.

Um das Klima und die Demokratie zu schützen, müssen wir die Demokratie weiterentwickeln. democracyforfuture.de/

 


Ein Repair-Café für Demokratie?

 


Geld und Werte – Gemeinsinn?

Die Jahrestagung der Zukunftswerkstätten-Moderierenden 2019 in Frankfurt drehte sich um Geld und Gemeinsinn – das Gemeinsinn-Netzwerk ist dabei!

Eigentlich sollten alle Zukunftswerkstätten ja für Gemeinsinn sorgen, doch haben wir das Thema Geld bisher immer zurückhaltend behandelt, und auch die Jahres-Tagungen vor allem durch Eigenbeiträge für alle Interessierten günstig gestaltet.

Ob das in Frankfurt und Bad Homburg gelingt?

Geld wird schnell entwertet, wenn es nur als Gradmesser und Steuerflucht-Mittel gesehen wird, es kann aber auch Anerkennung, Aufmerksamkeit, Ruhe und Gelassenheit, Familiengefühl, Geschenk und Zärtlichkeit signalisieren.

Als Standesunterschied baut es wieder Grenzen auf, löst Ängste und Unsicherheiten aus, als Rente droht es nicht zu reichen und als Miete über den Kopf zu wachsen … es verdirbt die Freundschaft und stabilisiert die Projekte von Gemeinschaften … gegen alle aufgezwungene Konkurrenz?

GELD und WERTE – GemeinSinn macht Sinn! 28.04.2019 – 01.05.2019

Das Tagungshaus, eine luxuriöse Jugendherberge in Bad Homburg  Mühlweg 17, 61348 Bad Homburg vor der Höhe. Seit über 30 Jahren trägt sich das Treffen mit einigen Organisationen weitgehend selbstfinanziert und selbstorganisiert.

Austausch und Partizipation: https://www.xing.com/net/zwnet

Das Programm – der Bericht

vorkrieg-münchen graffity isar

Netzwerk-Empfehlungen

Sonntag, 28.04.2019 – 14:00 Gemeinsamer Start im Geldmuseum, Frankfurt/Main: Regiert Geld die Welt? Willkommen| Gang durch das Museum | Weiterdenken Gemeinsames Abendessen, Fahrt zum Tagungsort

Montag, 29.04.2019 Vormittag – 9:00 bis 12:30 Geld- und Kapitalismus-KRITIK Impuls: Dr. Annette Schlemm, Jena

Impulse aufgreifen und in den Diskurs treten – mehr Fragen als Antworten

Arbeitsgruppen zu den ökonomischen, ökologischen und sozialen Spaltungen und gleichzeitiger Sinnsuche

  • Globalisierung und Kapitalisierung der Märkte
  • Klimabrüche weltweit
  • Dilemmata in der Demokratie
  • Schere zwischen Arm und Reich
  • Rechtspopulismus und Rassismus …

Nachmittag – 14:30 bis 18:30

Keimformen für ökonomische, ökologische und soziale Transformation –Parallele Workshops zu Transfomationsprozessen

  • Blockchain – die digitale Revolution von unten?! (Experte: Julian Sakowski)
  • Bedingungsloses Grundeinkommen und der Prozess, auch über Wahlen …
  • Arbeit 4.0, Gewerkschafts-Zukunft? attac …
  • Tauschen, Teilen, Upcyceln, die Transition Towns als Gemeinschaften auf dem Weg
  • „Lebens“projekte, Solidarische Ökonomie, Gemeinwohl-Ökonomie
  • Social Presencing Theatre …

ab 18:30 Abendessen, Kreative Abendgestaltung und Weiterdenken… 

Dienstag, 30.04.2019 Vormittag – 9:00 bis 12:30 Leben ohne Geld Impuls: Dr. Annette Schlemm, Jena Visionen und neue Bilder – Ökonomische, ökologische und soziale Utopien im eigenen Lebensumfeld erfinden – Kreative Anregung und Arbeitsgruppen

Nachmittag – 14:30 bis 18:30Geld beherrscht die Welt – Wer beherrscht sein Geld? Impuls: Prof. Dr. Gerhard Raab, HS Ludwigshafen a.R. Handeln im Reich der Unsicherheit – Projekte und Vorhaben auf den Weg bringen | Ideen und Lebenswelten miteinander vernetzen – Handlungsideen und Vorhabengruppen

ab 18:30 Abendessen, Kreative Abendgestaltung: Literarische Impulse zum Thema und Weiterdenken… 

Mittwoch, 01.05.2019Vormittag – 9:00 bis 12:30 Marktplatz der Projekte und Vorhaben2020: Das Jahrestreffen der Zukunftswerkstätten, Feedback,Blickwechsel: Gemeinsamer Besuch auf dem Maintower (Frankfurt/Main)

Neben der Gemeinwohl-Ökonomie,

die aus der österreichischen attac-Szene in Bayern auch in der Bildungsarbeit und Volkshochschulen immer mehr in Banken, Bildungseinrichtungen und Firmen bis Kommunen Fuß fasst, sollten die Grundlagen der Ideen um

das bedingungslose Grundeinkommen

und solidarische Projekte wie „Sanktionsfrei“ zur Sprache kommen, mit euch machen wir aus Hartz 4 eine echte Grundsicherung. Hartz 4-Sanktionen sind der Rohrstock der Jobcenter und sowas von 19. Jahrhundert, dass wir uns nur wundern können.

… und die alternativen Modelle der Geld-Anlage wie die bundesweite Ausbreitung des ursprünglich Freiburger Mietshäuser-Syndikat

und das evangelische OikoCredit, das unser Geld im Ausland „arbeiten“ lässt und in den Niederlanden entstand … www.bayern.oikocredit.de

Transition Town-Projekte als Prinzip

Je mehr Unternehmen zum Gemeinwohl beitragen, desto leichter sollen sie leben

https://www.wirtschaftsforum.de/interviews/christian-felber-je-mehr-unternehmen-zum-gemeinwohl-beitragen-desto-leichter-sollen-sie-leben/

33. Jahrestagung der Zukunftswerkstätten Geld & Werte – Gemeinsinn macht Sinn!

http://zwnetz.de

Erstmals beginnt das Treffen an einem Sonntagnachmittag und dauert dann über die beiden Brückentage (Montag/Dienstag) bis zum Tag der Arbeit (Maifeiertag am Mittwoch) an:

Wir treffen uns am 28. April 2019 um 14:00 Uhr in Frankfurt/Main und arbeiten anschließend bis zum 01. Mai 2019 im nahgelegenen Bad Homburg vor der Höhe weiter zusammen. Ausklang ist wieder in Frankfurt/Main auf einem der Wolkenkratzer am Mittwochnachmittag.

Wir freuen uns auf ein hochaktuelles Thema:

  • Mit dem Thema „GELD und WERTE – Gemeinsinn mach Sinn“ wollen wir Fragen nachgehen, die die ökonomischen, ökologischen und sozialen Grundwerte unserer Gesellschaft prägen. Wir wollen Wege der Transformation aufzeigen und uns – im Spannungsbogen einer Zukunftswerkstatt – mit Impulsen und viel Kreativität das Thema vertiefen.

Dazu gibt es genügend Freiraum, eigene Themen und Methoden der Partizipation einzubringen. Ziel ist ein Bündnis fürs Handeln für eine lebenswerte Zukunft, die mehr als eine Generation umfasst.

Ausführliche Informationen zur vorläufigen Programmplanung und alle Informationen zur Anmeldung findest Du im Internet: http://zw2019.zwverein.de

Für Rückfragen stehen wir vom Vorbereitungsteam gerne zur Verfügung: Petra Eickhoff (Köln) und Helmut Peters (Recklinghausen) sowie Stephan Geffers und Fritz Letsch direkt zu erreichen über die E-Mail: eickhoff@zwnetz.de oder peters@zwnetz.de oder jahrestreffen@zwnetz.de

und zu finden auf http://www.xing.com/net/zwnetz

Gefördert und in Mitarbeit von:

www.zukunftswerkstaetten-verein.de

www.weiterbildung-fuer-schulen.de
www.komm-hpeters.de,
www.part-o.de


fridays for future – mit Zukunftswerkstätten!

#scientists4future und #parentsforfuture kamen längst auch dazu und in über hundert Städten bringt die Bewegung nicht nur protestierende und schul-streikende Schüler auf die Straße, etliche Eltern, wache Lehrkräfte und eine Menge von wissenschaftlich Arbeitenden an den Hochschulen belegen, wie recht die Schüler*innen haben:

Klimadaten werden ROT
Der Temeratur-Anstieg https://www.scientists4future.org/

Ich bin dabei, weil ich ja auch an zwei Hochschulen in München und Regensburg arbeite, in der „Angewandten Sozial- und Gesundheits-Wissenschaft“, und im Nu waren 23.000 in die Listen eingetragen: Komm dazu, wenn du einen Hochschul-Account hast: www.scientists4future.org

Parents for Future ist die nächste Möglichkeit: parentsforfuture.de

Die Schüler*Innen brauchen Ordner*Innen über 18 Jahren und freuen sich über jede Unterstützung, und es ist viel mit ihnen zu lernen ;-))

Und freitag nachmittag kann – bisher ab April in München – jeweils eine Zukunftswerkstatt von #scientists4future und twitter.com/fff_muc zusammen mit #scientists4future

Jugendstreik fürs Klima.

Jeden Freitag in MÜNCHEN. Muenchen@FridaysForFuture.de Mitmachen unter: https://t.me/joinchat/DVTIm0U5mRw5uEyQZBF8zg … München, Bayern FridaysForFuture.de

artists for Future

artistsforfuture.org

Upload-Filter:

Wem gehört das Internet, wen gehört die reale Zukunft?
Die Besitzstände der Verlage und Zeitungen oder der AutorInnen: Lügen pflastern ihre Wege, wenn EU-Politik gemacht wird, und 50.000 waren in München zusammen gekommen, die Zukunft mit zu bestimmen.

50.000 waren am Samstag in München auf der Straße, und sehr viele junge Leute dabei, aber auch Nerds und Unternehmer*Innen, die den Zeitungen und Verlagen nicht glauben wollen, dass sie die Autor*en-Honorare wirklich weiter geben … denn auch die ARD hatte die Artikel im eigenen Interesse dargestellt …

auch mit live-musik

http://fritz-letsch.de

Gemeinsinn:

Meine Radio-Kollegin Andrea hat zur Gemeinwohl-Ökonomie wieder eine Menge zusammengestellt, die ihr im Netz hören könnt:

übermorgen, am Montag, den 25. März ist die Gemeinwohl-Ökonomie wieder live von 20-21 Uhr auf Radio Lora München 92.4 MHz oder im Livestream unter www.lora924.de auf Sendung.

Dieses Mal beschäftigen wir uns schwerpunktmäßig mit der Gleichberechtigung von Frauen und Männern in der Wirtschaft, angestoßen durch den Internationalen Frauentag am 8. März und den (Un-)Equal Pay Day am 18. März.

Wir sprechen mit Andrea Vetter vom Konzeptwerk Neue Ökonomie (https://konzeptwerk-neue-oekonomie.org/) über Gendergerechtigkeit in der Ökonomie und Postwachstum.

Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des gemeinwohlzertifizierten Outdoor-Herstellers VAUDE, erzählt, warum sich ihr Unternehmen der GWÖ angeschlossen hat und wie VAUDE die Belange von Frauen in der Lieferkette berücksichtigt.

Von Jan Lorch, Nachhaltigkeitsmanager bei VAUDE, erfahren wir mehr über das Textilbündnis sowie über das Wertschöpungsketten- oder Sorgfaltspflichtengesetz, das BMZ Minister Gerd Müller neulich vorgelegt hat.

zukunftswerkstatt-Moderierende
zwnetz.de

Zukunftswerkstätten

Zukunftswerkstätten sollen auch den Schüler*innen bei den Streiks als nächste Methode zur Verfügung stehen, wo auch immer sie anfragen: Wer von den KollegInnen ist bereit dazu? melden an zukunftswerkstatt@joker-netz.de und schon gibt es Möglichkeiten, auch Freitag nachmittag

freitag nachmittag kann – bisher ab April in München – jeweils eine Zukunftswerkstatt von #scientists4future und https://twitter.com/fff_muc  zusammen mit #scientists4future Jugendstreik fürs Klima.

Neues auf der Website vom ZUKUNFTSWERKSTÄTTEN Verein – http://xing.com/r/BgxY0  Verbundenheit stärken – Partizipation verbreiten – Austausch intensivieren… Der Verein ZUKUNFTSWERKSTÄTTEN lädt ein:

ZW2019 | Geld & WerteGemeinSinn macht Sinn!

28.04. – 01.05.2019 Nähe Frankfurt/Main Hier findet ihr die Einladung, den Ablauf und Informationen zur Anmeldung.

Dort werden wir sammeln, wer dann ab Mai im deutschsprachigen Raum mit machen will: Die Finanzierung und Räume kriegen wir schon organisiert …


Organisationskompass zum lebendigen Unternehmen

Abendworkshop mit Buchpräsentation

Es geht ums Ganze: Mit dem Organisationskompass zum lebendigen Unternehmen“ mit Buchautorin Dr. Isabella Klien und dem Genuine-Contact-Netzwerk im Rahmen des LeMoMo von Netzwerk Gemeinsinn e.V.

Wie können Lebendigkeit und Leistungsfähigkeit von Organisationen auch in unsicheren Zeiten gefördert werden? Wie gelingt es ganz konkret, dass Menschen und Organisationen ihr volles Potenzial entfalten, erfolgreich im Wandel navigieren und einen wichtigen Beitrag in der Welt leisten?

    Am letzten Montag im Monat (LeMoMo) Juni haben wir von Netzwerk Gemeinsinn einen besonderen Event in München: Wir stellen nicht nur das brandneue Buch unserer Salzburger Kollegin Isabella Klien vor sondern erhalten auch eine Kostprobe der Anwendung und können uns mit den Kolleg*innen des weltweiten Genuine-Contact-Netzwerkes austauschen.

     Im praktischen Teil führt uns Isabella Klien auf ganzheitliche Art durch den Organisationskompass, damit wir die Wirksamkeit dieses Prozesses anhand eines konkreten, persönlichen Beispiels erleben.

Weitere Praxisfälle sowie Fragen an die Buchautorin und das GC-Netzwerk runden den Workshop ab. Selbst das Buch ist schon vor dem Veröffentlichungstermin bei der Autorin erhältlich.

Wann: Mo, 27.05.2019, 18:00 bis 21:30 Uhr

Wo: ÖBZ München, Englschalkinger Str. 166, 81927 München

Anmeldung: Formlos (Name, Mailadresse) bis 24.05. bei Gastgeber Wolfgang Fänderl:

faenderl@netzwerk-gemeinsinn.net Link zur Veranstaltung: http://netzwerk-gemeinsinn.org

Der „Letzte Montag im Monat“ (LeMoMo) ist eine Einrichtung des Netzwerks Gemeinsinn zum kollegialen Austausch auf Methodenebene. Wir beginnen um 18:00 Uhr mit einem Mitbringbuffet, zu dem auch gerne eigene Köstlichkeiten mitgebracht werden können.

Das Format basiert auf einer langjährigen Kooperation mit dem Ökologischen Bildungszentrum München (ÖBZ) und wird durch Spenden nach eigenem Ermessen getragen (Euro 10 bis 20, gerne gegen Spendenquittung).

Auch wenn 60 Plätze zur Verfügung stehen, bitten wir um rechtzeitige Anmeldung, um bei großer Nachfrage absagen zu können (Einlass nur mit Anmeldung).

In ihrem Buch „Der Organisationskompass in Coaching und Beratung“ (Beltz Verlag, 06/2019, 240 Seiten) beschreibt Isabella Klien, wie sie das Instrument einsetzt, um Menschen und Unternehmen zu Lebendigkeit und Leistungsfähigkeit zu begleiten.

Sie nennt diesen Prozess die „Sinfonie der Lebendigkeit“ und zeigt auf, wie wichtig die Haltung von Beratenden und Führungskräften für das Gelingen ist. Diese können nur das im Außen begleiten, was sie im Innen entwickelt haben. Informationen über das Buch und weitere Stationen der Buchtour:

https://www.isabellaklien.at/buch-organisationskompass/


Resonanz-Strategie für Nachhaltigkeit

Buchneuerscheinung: „Die Resonanzstrategie. Warum wir Nachhaltigkeit neu denken müssen«

Pressemitteilung 07.02.2019

Buchneuerscheinung: »Die Resonanzstrategie«

Vom Lärm des Geldes zur Symphonie des Lebens 

»Schneller, höher, weiter!« Das ist das Mantra unseres Fortschritts. Wir gehorchen dem Steigerungsprinzip. In »Die Resonanzstrategie. Warum wir Nachhaltigkeit neu denken müssen« > (ET 18. März 2019) stellt Fritz Reheis die Frage nach dem »Wohin?« und zeigt, dass ein gutes Leben und Zusammenleben vor allem eines braucht: Resonanz.

Wenn wir uns mitteilen, erwarten wir Verständnis, wenn wir uns anstrengen Anerkennung, wenn wir lieben Gegenliebe. Immer geht es darum, dass etwas zurückkommt. Das gilt auch für den Umgang mit uns selbst: Wenn wir eine Entscheidung treffen, soll sie sich stimmig anfühlen.

Und für den Umgang mit der Natur: Wenn wir sie pfleglich behandeln, soll sie uns Früchte und Lebensraum bieten. Kurz: Der Mensch ist zutiefst auf Resonanz angewiesen. Sie ist auch der Schlüssel zur Nachhaltigkeit:

Soziale Mitwelt, natürliche Umwelt und personale Innenwelt müssen als Resonanzräume erfahrbar sein, damit Leben und Zusammenleben auf Dauer gelingen können.

Die Anziehungskraft des Geldes lässt Resonanzen immer mehr verstummen. Der Homo oeconomicus opfert die Rücksichtnahme auf Umwelt, Mitwelt und Innenwelt dem Steigerungsprinzip. Die seit wenigen Generationen geltende Formel »Zeit ist Geld« führt uns in die Irre.

»Nachhaltigkeit scheitert vor allem deswegen, weil wir die tiefere Bedeutung der ihr impliziten Zeit vergessen haben. Das Resonanzkonzept hilft uns, diese wiederzuentdecken«, sagt Fritz Reheis.

In seinem neuen Buch untersucht Reheis, unter welchen Voraussetzungen sich Resonanz ereignen kann. Er weist nach, dass die herrschende Wirtschaftsordnung Resonanzen systematisch blockiert.

Und er entwirft eine Strategie, wie wir die zerstörerische Maßlosigkeit der Gelddynamik überwinden und die Eigenzeiten und Rhythmen von Mensch, Gesellschaft und Natur wieder besser respektieren können – eine zugleich konservative und revolutionäre Alternative zur allseits beklagten Herrschaft der »Sach«zwänge.

Fritz Reheis: »Die Resonanzstrategie. Warum wir Nachhaltigkeit neu denken müssen«, 416 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-96238-052-6, 26,00 Euro / 26,70 Euro (A). Auch als E-Book erhältlich.

Buchvorstellung

21. März 2019, 15:30–16:00 Uhr
»Leipzig liest«: Vortrag und Buchvorstellung mit Fritz Reheis
Forum Sachbuch | Halle 5, Stand F401/G410
Leipziger Messe GmbH, Messe-Allee 1, 04356 Leipzig

Prof. Dr. Fritz Reheis gilt als einer der geistigen Väter von Begriff und Konzept der Entschleunigung. Publizistisch beschäftigt sich der habilitierte Erziehungs- und Sozialwissenschaftler mit der Frage nach dem richtigen Zeitmaß; für unsere »beschleunigungskranke« Gesellschaft. Er ist Autor viel beachteter Bücher wie »Entschleunigung: Abschied vom Turbokapitalismus«, »Die Kreativität der Langsamkeit« und »Wo Marx Recht hat«.

www.fritz-reheis.de >

Der Autor steht für Interviews zur Verfügung.

Zur Bestellung von Rezensionsexemplaren oder pdf-Fahnen wenden Sie sich bitte an:

Carola Hofmann, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oekom verlag GmbH
Waltherstraße 29, 80337 München Fon 089/54 41 84-19 Fax 089/54 41 84-49  Email carola.hofmann@oekom.de >

Erhältlich ab dem 18. März 2019 im Buchhandel,  www.oekom.de oder
Verlegerdienst München GmbH Gutenbergstraße 1, 82205 Gilching
Fon +49/(0)81 05/388-577 Fax +49/(0)81 05/388-210

www.youtube.com/user/oekom  und twitter.com/oekomverlag >

Passt genau zum Thema:

ZW2019 | Geld & WerteGemeinSinn macht Sinn!

28.04. – 01.05.2019 Nähe Frankfurt/Main
Hier finden Sie die Einladung, den Ablauf und Informationen zur Anmeldung.

Mit einigen Vernetzungspartnern wie www.part-o.dehttp://www.part-o.de und alle auf dem Flyer www.zukunftswerkstaetten-verein.de/wp-content/uploads/2018/11/2018-10-22_-EinladungProgramm_Geld-und-Werte-Mail.pdf


Nachhaltigkeit? Zukunft!

Das Netzwerk wirkt in verschiedenen Projekten zu Nachhaltigkeit und Zukunftswerkstätten mit, zur Vorbereitung hilft: Aus dem Newsletter der Bürgerstiftung München und dem Zukunftswerkstatt-Verein

Veranstaltungen
Münchner+Forum+Nachhaltigkeit
Angst vor dem Wandel?  – Nachhaltige Entwicklung zwischen Katastrophendiskurs und Zukunftshoffnung
am 10. Januar 2019 um 19 Uhr im münchner zukunftssalon walterstraße

Auf diese Frage wird Prof. Dr Markus Vogt, Lehrstuhlinhaber für Christliche Sozialethik der LMU München, in seinem Vortrag näher eingehen und Antworten aus Sicht einer „Ethik des Anthropozäns“ geben. Im Anschluss wird Prof. Dr. Franz-Theo Gottwald, Vorstand der Schweisfurth-Stiftung, exemplarisch über nachhaltige Transformationsprozesse (und deren Blockaden) bei Landwirtschaft und Ernährung berichten. 

Anmeldung: anmeldung@oekom-verein.de
Münchner Initiative Nachhaltigkeit
SUSTAIN1. Münchner Nachhaltigkeitskongress
am 4.2.2019 von 9.00 – 18.00 Uhr in der Alten Kongresshalle

Die Münchner Initiative Nachhaltigkeit (MIN) organisiert den ersten Münchner Nachhaltigkeitskongress. Der Kongress zeigt das bisherige vielfältige Engagement und ist ein wichtiger Meilenstein für die Ausweitung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Akteur*innen, die sich für eine nachhaltige Stadtgesellschaft einsetzen.

Als Kongressauftakt findet am 3.2.2019 von 18 – 20 Uhr auch in der Alten Kongresshalle eine Diskussion mit Prof. Dr. Karlheinz Geißler & Jonas Geißler und Prof. Dr. Harald Lesch zum Thema “Time is Honey – Nachhaltige Zeitkultur und die Grenzen der Natur” statt.

Mehr Informationen und Anmeldung unter www.m-i-n.net.
Davos
33. Jahrestagung der Zukunftswerkstatt-Moderierenden
Erstmals beginnt das Treffen an einem Sonntagnachmittag und dauert dann über die beiden Brückentage (Montag/Dienstag) bis zum Tag der Arbeit (Maifeiertag am Mittwoch) an:
 
Wir treffen uns am 28. April 2019 um 14:00 Uhr in Frankfurt/Main und arbeiten anschließend bis zum 01. Mai 2019 im nahgelegenen Bad Homburg vor der Höhe weiter zusammen. Ausklang ist wieder in Frankfurt/Main auf einem der Wolkenkratzer am Mittwochnachmittag.
 
Mit dem Thema „GELD und WERTE – Gemeinsinn macht Sinn“ wollen wir Fragen nachgehen, die die ökonomischen, ökologischen und sozialen Grundwerte unserer Gesellschaft prägen. Wir wollen Wege der Transformation aufzeigen und uns – im Spannungsbogen einer Zukunftswerkstatt – mit Impulsen und viel Kreativität das Thema vertiefen.
 
Dazu gibt es genügend Freiraum, eigene Themen und Methoden der Partizipation einzubringen. Ziel ist ein Bündnis fürs Handeln für eine lebenswerte Zukunft, die mehr als eine Generation umfasst.
 
Ausführliche Informationen zur vorläufigen Programmplanung und alle Informationen zur Anmeldung findest Du im Internet: http://zw2019.zwverein.de  
 
Für Rückfragen steht das Vorbereitungsteam gerne zur Verfügung.
Petra Eickhoff (Köln) und Helmut Peters (Recklinghausen) direkt zu erreichen über die E-Mail: eickhoff@zwnetz.de oder peters@zwnetz.de oder jahrestreffen@zwnetz.de
 
http://www.xing.com/net/zwnetz
 
weitere E i n l a d u n g :
 „Fake News – Inklusion – Diversität – Digitalisierung: Herausforderungen für eine Bürger*innen-Universität“
 > Zukunftswerkstatt 19.01.19 Universität zu Köln (offen für jeden, kostenlos, Anmeldung http://www.koost.uni-koeln.de//13825.html )st ein wichtiger Meilenstein für die Ausweitung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Akteur*innen, die sich für eine nachhaltige Stadtgesellschaft einsetzen.

Als Kongressauftakt findet am 3.2.2019 von 18 – 20 Uhr auch in der Alten Kongresshalle eine Diskussion mit Prof. Dr. Karlheinz Geißler & Jonas Geißler und Prof. Dr. Harald Lesch zum Thema “Time is Honey – Nachhaltige Zeitkultur und die Grenzen der Natur” statt.

Mehr Informationen und Anmeldung unter www.m-i-n.net.
newsletter bürgerstiftung
Die BürgerStiftung München ist eine gemeinschaftliche Stiftung von Münchnerinnen und Münchnern. Unser Ziel ist die nachhaltige Entwicklung unserer Stadt im Sinne der Agenda2030. Leitgedanken sind soziale Gerechtigkeit, ökologische und ökonomische Verantwortung im globalen Zusammenhang.



Mut-Kasper & Angst-Krokodil

Ängste? Glasklarer Fall für öffentlichen Humor und die Bühne! Gemeinsames Lachen darüber befreit. Vertreibt die Scham. Bildet. Könnte sogar Extremismus den Humus entziehen. Meinen zwei Praktiker (1) – hier ihr Praxisaufriss für den Nachfolger berühmter Klinik-Clowns: den Mut-Kasper (mit Angst-Krokodil).

„Angst essen Seele auf.“ Das berühmte Melodram von Rainer Werner Fassbinder führt drastisch vor Augen, wie uns Ängste in den Schwitzkasten nehmen können. Nicht nur der Film, auch die Bühne bietet ein Forum für dieses Menschheitsthema, das uns derzeit ziemlich fest im Griff hat.

Methode und Dramaturgie

Für die Realisierung schlagen wir ein Novum vor, das Angstkabarett. Es fußt auf der Tradition von Wissenschafts-/Gesundheitskabaretts sowie Klinikclowns. Beide suchen einen unterhaltsamen Umgang mit Krankheits- und Genesungsprozessen. Humor schafft Distanz und ermöglicht Kritik, auch Selbstironie, zusammen mit herzhaft-befreiendem Lachen. Das entstresst, fördert die Heilung und das Wohl-Sein, pustet die zerebralen Neuronen und Synapsen durch, gestattet horizontverlängernde Perspektivwechsel.

Bei der Dramaturgie orientiert sich das Angstkabarett am rhetorischen Wechselspiel eines Weißclowns (2) mit einem Rotclown (3), vulgo „Dummer August“ oder Seppl. Beide haben in unserer Kultur eine jahrhundertealte Historie, je nach Region mit unterschiedlichen Namen (jester/engl., fou/frz., bufón/span. … buffoon im Englischen ist Kasper). Diese Narren und Schelmen sprechen witzige Dialoge, voller Sottisen und Anspielungen. Hierin erkannte sich das Volk wieder, wie es sich der Obrigkeit gegenüber Luft verschaffte. So waren diese Stücke, oft auf Marktplätzen aufgeführt, ein soziales Ventil, von den Autoritäten geduldet, sogar erwünscht, wie Karnevals- und Faschingsumzüge mit ähnlicher Funktion. Manch aufgeklärter Fürst leistete sich sogar seinen persönlichen Hofnarr (auch um ihm zu spiegeln, ob der Kaiser sich nackt seinem Volke zeigt).

Der Weißclown tritt in dem Clown-Ensemble als Besserwisser und Autokrat auf. Er spielt die Elite, überzeichnet und karikiert sie. Kostüm und Schminke – weißes Gesicht, roter Mund, Kleidung aus Samt und Seide – versinnbildlichen seine Rolle. Der Rotclown ist sein Gegenspieler, allein schon äußerlich. Mit roter Nase, nach gusto glatzköpfig, bekleidet mit einem bunt-geflickten Anzug, in überdimensionalen Schuhen herumstakend, ist diese Figur Inbegriff von Komik schlechthin.

Historie

Historische Vorläufer sind der erwähnte Hofnarr, am gelungensten personifiziert durch die literarische Figur des Till Eulenspiegel. Im aktuellen Romanbestseller „Tyll“ katapultiert er sich mit Späßen und verwegenem Possenspiel aus den rigiden mittelalterlichen Gesellschaftsrahmen und dessen Protokoll. Damit unterläuft und überlebt er hochintelligent die Gräueltaten des Dreißigjährigen Krieges. Die Helden des Kintopps, Dick und Doof wie auch Charlie Chaplin, stellten in ihren tragikomischen Rollen das historische Vorbild nach. Auch Puppenspiel und Kasperletheater saugen daraus Honig und begeistern damit – pädagogisch wertvoll – Menschen ALLER Lebensalter.

In Weiß- und Rotclown treffen zwei Welten aufeinander, Herrscher und Untertan, Dogma und Freiheit, Mut und Angst, Vergangenheit und Zukunft. Nach diesem Muster inszeniert das Angstkabarett Situationen rund um die Angst und ihre Gefährten. In sketchartigen Begegnungen spielen die beiden Clowns tragikomische Situationen. So stellt der Weißclown etwa den Angstbetroffenen dar, der seine Angst verdrängt, Contenance bewahrt, während der Rotclown ihm vormacht, wie er sich mit seinen Ängsten kreativ auseinandersetzt und sie so überwindet.

Ich und Über-Ich, im heiteren Clinch. Im Rollenwechsel könnte der Rotclown den Ängstler geben, während der Weißclown in den Angstdämon schlüpft, der sein Opfer nicht vom Haken lassen will. Das ließe sich fantasievoll, vor allem publikumswirksam ausschmücken. Das Ganze ließe sich auch als Puppenspieltheater inszenieren, für Kinder, Erwachsene, Senioren gleichermaßen, das um Figuren wie Kasper und das Krokodil kreist, mit der Titelidee „Die Abenteuer des Mut-Kaspers (mit seinem Angst-Krokodil)“.

Statistik und aktueller Hintergrund

Ist doch der Hintergrund dieses Bühnenspiels ein sehr ernsthafter. Angst ist ein großes, aber verschwiegenes Thema unserer Zeit. Und sie nimmt massiv zu. In der steigenden Flut von psychisch-mentalen Beeinträchtigungen erblickt die Techniker Krankenkasse TK eine neue Volks- und Zivilisationskrankheit. Der medizinische Phobien-Katalog umfasst über 600 verschiedene Ängste. Und wir Deutsche sind möglicherweise besonders sensibel dafür, wie der international verbreitete Terminus „German Angst“ andeutet. Das dokumentiert die mit großem Medienecho bedachte Ausstellung „Angst. Eine deutsche Gefühlslage?“ (4) im Bonner Haus der Geschichte.

Die Gesundheitsstatistiken sprechen eine deutlichere Sprache. Zehn Millionen Deutsche leiden unter Angststörungen, fünf Millionen unter Depressionen, jeder zweite ist in Sorge vor einem Burnout. Die Krankschreibungen  wegen seelischer Beschwerden haben sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Sie alle gehen mit Ängsten einher, die viele Erscheinungsformen haben und deren Quelle oft aus der Kindheit stammt.

Die Palette reicht von der Angst vor Spinnen, über die sehr verbreitete Sozialangst, bis zur generalisierten Angststörung, der Angst vor allem und jedem. Als eher Exoten, gleichwohl medizinisch indiziert, gelten Epistaxiophobie (Angst vor Nasenbluten), Phagophobie (Angst vor Verschlucken). Michael Jackson litt unter der Angst vor Ansteckung und Schmutz (Rupophobie).

Therapiekonzept

Angst nur als Attribut des psychisch Gestörten zu sehen, entspräche allerdings nicht der Realität. Dieses Fehlurteil ist aus der Vorstellung geboren, die Menschheit ließe sich in gesund und krank einteilen (Pathogenese). So als stünden zwei Lager, Angstbetroffene und Angstfreie, einander gegenüber. Die Tatsache, dass die Übergänge fließend sind, manch vermeintlich Kranker gesünder als ein vermeintlich Gesunder ist, wird komplett ignoriert (Salutogenese). Der Schritt zur heute praktizierten gesellschaftlichen Stigmatisierung und Tabuisierung des Ängstlers und der Angstkranken ist dann nicht mehr groß.

Da Selbstschutz und ein positives Selbst- und Fremdbild wichtige Faktoren in der psychischen Dynamik sind, ist es dann zwangsläufig, dass Ängste verleugnet und abgewehrt werden. Diese arbeiten dann im Untergrund der Kollektivseele und produzieren Geschwüre am Körper der Menschheit, die beispielsweise betitelt werden können als AFD oder Fremdenhass.

Diese politisch relevante These kann in diesem streiflichtartigen Aufriss nicht verdichtet werden, Fakt ist: Die Therapie ist mit der Behandlung von Ängsten gänzlich überfordert. Sie findet allerdings in der Selbsthilfe einen kompetenten, mittlerweile von der Fachwelt akzeptierten Partner als vierte Säule des Gesundheitssystems. Akademische Fachexperten und Erfahrungsexperten bilden Tandems, erweitern den Ich- zum Wir-Modus. Insofern siedelt sich das Angstkabarett wissenschaftlich und gesellschaftlich unter dem Dach von Zivilgesellschaft und Bürgerwissenschaft, Selbsthilfe und Peer Coaching sowie Ehrenamt an.

Last but not least: Seit Jahren machen die Klinik-Clowns (5) Furore, Menschen die mit Clownsnasen zu Kranken gehen, besonders Kindern, und mit einem Lachen aufheitern. Der Arzt Eckart von Hirschhausen hat das medizinische Kabarett (6) erfunden und tourt mit seiner beliebten Show durchs Land. Im Herbst 2018 feierte eine weitere Variante dieser Kunst im Münchner Gasteig Premiere: das Burnout-Kabarett (7).

Salopp ausgedrückt: Wir legen die Gesellschaft auf die Psycho-Couch mit dem Ziel, die Angst herauszuholen aus ihrem Gefängnis und sie zu resozialisieren. Im Auftreten und Gegeneinander der beiden Clowns zu und in unterschiedlichsten Angstthemen und Kontexten, beispielsweise: zwischen Arzt + Patient, Eltern + Kind, Lehrer + Schüler, Frau + Mann, Chef + Mitarbeiter, Russe + Amerikaner, Erdling + Außerirdischer. Die Liste der Partnerschaften/Antinomien ließe sich beliebig erweitern. Je extremer, desto höher deren dramatische Fallhöhe!

Bühnen-Ideen

Für die Erdung und praktische Umsetzung: In Schullehrplänen würde Angsterziehung zum Kernfach (gegen den Widerstand der Bildungsminister), Angstbeauftragte mischten in Firmen bei Arbeitszeitregelungen mit, Aktionärsversammlungen begännen mit dem Angstreport des Vorstandsvorsitzenden, Börsen führten einen Angst-Index ein, am Kabinettstisch in Berlin säße der Minister für Angstangelegenheiten. In der Tagesschau hätte die Angstschau ihren festen Platz, etwa mit der Schlagzeile: Angst-Transformations-Zentren gegen Islamophobie.

Einmal gesetzt und etabliert wären auch weitere experimentelle Formen und Hybride des Angstkabaretts denkbar, etwa das Anspielen einer Angstsituation und Vollendung durch das Publikum, wie in Augusto Boals Forumtheater praktiziert (bekannt auch unter legislatives Theater und Theater der Unterdrückten) (8). Oder Einbezug des britischen „Theatre of Debate“ TOD (9). Nach dem theatralischen Einstieg in eine Angstsituation eine Zuschauerdebatte anzuschließen, die über Lösungsstrategien in Gesellschaft und Wissenschaft nachdenkt. Weitere Mittel der Kunst wie auch Musik erschließen viele weitere attraktive Formate. Wichtig: Die Bühnen-Publikums-Trennung zu brechen, alle als Co-Gestalter einzubeziehen. Wie beim konventionellen Polit-Kabarett, sind viele musikalischen Varianten und Ergänzungen denkbar, auch in der Verbindung mit anderen künstlerischen Formen, wie bei PCST 2018 Dunedin/NZ präsentiert (10).

Jedes Ding hat 3 Seiten

In a nutshell: Die Angst verliert ihren Feindstatus, in der Gesellschaft und beim Individuum. Das erkennt: Ich bin nicht meine Angst, biete ihr nur eine Heimat, bin aber nicht identisch mit ihr. In einem plakativen Bild: Ich bin die Schüssel, aber nicht die Suppe. Das wäre ein wichtiger Schritt zur Anerkennung und Integration von Angst in ihren vielfältigen Erscheinungsformen. Für alles Weitere wie auch künftige Angstkabarettauftritte wäre es hilfreich, uns an eine Lebens-, Bühnen- und Humorweisheit Karl Valentins zu erinnern:

„Jedes Ding hat drei Seiten. Eine positive, eine negative – und eine komische.“

  1. Wolfgang Chr. Goede, Wissenschaftsjournalist + Anxiety Advocacy, Josef Hitzenberger, Laienschauspieler + Regisseur
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fclown
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Dummer_August
  4. https://www.hdg.de/haus-der-geschichte/ausstellungen/angst-eine-deutsche-gefuehlslage/
  5. https://www.klinikclowns.de/
  6. https://www.hirschhausen.com/
  7. https://www.gasteig.de/veranstaltungen/infotainment-comedy-on-fire-bis-der-arzt-kommt-ein-erlebnistrip.html,v54599
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Forumtheater
  9. http://www.theatreofdebate.co.uk/
  10. http://wfsj.org/v2/2018/04/23/pcst2018-engage-audiences-by-hearts-and-emotions-with-facts-and-figures/

Procedere

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Herbst hat mit stürmischem Wetter endlich Fahrt aufgenommen; dies können wir auch vom Anliegen des Procedere-Verbundes sagen, die Vision einer Lernenden Demokratie voranzubringen.

Nicht nur daß die Zeit dafür reif ist, sondern daß auch das Thema und erste Schritte dazu immer besser ankommen. Lasst uns dieses überlebenswichtige Anliegen, unsere Demokratien und Organisationen fit und resilient zu machen in stürmischen Zeiten, gemeinsam weiter angehen.

Europäische Hausparlamente

Eine weitreichende Demokratie-Innovation wird ja gerade gemeinsam mit Democracy-International und Puls of Europe erprobt und ausgebracht: die von mir schon vor 15 Jahren entwickelten Hausparlamente (www.hausparlamente.de).

Die erste Runde wurde diesen Sommer für das Auswärtige Amt durchgeführt. Die Ergebnisse werden morgen (30.10.) in Berlin vorgestellt (siehe Einladung anbei).  Bis zur Europa-Wahl sind zwei weitere Durchläufe geplant – wir haben Anfragen sowohl aus dem Kanzleramt als auch der Europäische Kommission

Loccum Partizipation-Innovation-Camp 21.-23.01.2019

Die Hausparlamente sind nur eine von vielen, vielen Demokratie-Innovationen die eine lernende Demokratie voranbringen. Um uns gegenseitig zu inspirieren und weiter voranzutreiben, wird unsere 
nächste Loccum-Tagung darum als Partizipation-Innovation-Camp eine Vielzahl von Neuerungen und Ansätzen präsentieren, wie nachhaltig wirkende Beteiligung auf allen Ebenen gelingen kann.

Das Programm ist in der Endphase und wird demnächst versandt. (Wer noch eine geniale Innovation kennt oder selbst einbringen will, ganz schnell bei mir melden)

Transformierende Lehre

Eine Lernende Demokratie braucht professionelle Demokratieentwickler. Diese aus- und fortzubilden ist das Anliegen der Akademie Lernenden Demokratie, die wir mit  Democracy International und dem 
Weltethos-Institut an der Universität Tübingen am Entwickeln sind.

Auf dem 3. prozedurologischen Kolloquium 11.-13.10.2018 haben wir dazu diverse Programme Transformierender Lehre für Sozialinnovatoren und Demokratieentwickler an Hochschulen betrachtet und vereinbart einen Bildungs-Cluster dazu zu bilden. Die Doku wird demnächst online-gestellt. Es tut sich einiges in diesem Feld – und gerade das prozedurologische Curriculum kommt sehr gut an. In Loccum dann mehr dazu.

Mit herzlichen Grüßen und Segenswünschen, Raban D. Fuhrmann
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Procedere – Verbund für prozedurale Praxis in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
www.procedere.org
www.prozedurale-politik.dewww.procedere.org
www.politikfestival.de


12.9. over the rainbow – Aufbruch zu einer neuen Gesellschaft

Am 12.9. um 21h ein Radiogespräch zur Demokratie auf www.lora924.de

Aktueller Aufhänger dieser Lora-Gegensprechanlage ist die Lange Nacht der Demokratie am Samstag, den 15. September. Die Sendung liefert Stoff und zündende Ideen dafür.

Programm zur langen Nacht der Demokratie am Samstag www.lange-nacht-der-demokratie.de (unter München)

Los geht’s in München bereits am Nachmittag, u.a. mit „München isst bunt“in der Sendlinger Straße. Jesper Munk u.v.m. werden die gemeinsame Tafel musikalisch untermalen. Weiter geht’s dann gleich in der Innenstadt am Salvatorplatz mit der democraticArts Speakers‘ Corner, die zu politischen Gesprächen einlädt.

Für die jungen Hüpfer, die ihren Schlaf brauchen, haben wir natürlich noch Highlights am Nachmittag, die von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung angeboten werden.

Und den Frühaufstehern empfehlen wir auf jeden Fall schon am Vormittag einen Besuch auf der ersten Freiwilligenmesse des Landkreises München.

Das könnte gleichzeitig eine Blaupause sein für ein Buchprojekt mit frischer Demokratie- und Partizipationskost mit dem Aufruf: Tragt bitte alle mit tollen neuen Ideen dazu bei, bitte kein Recycling, wenn, dann nur Upcycling :)) – aus dem weiten Umfeld des www.netzwerk-gemeinsinn.org

Over the Rainbow – der Aufbruch zu einer neuen Gesellschaft

Trumpismus und Brexit, Rechtspopulisten und digitale Kontrolle, globale Erwärmung, Flucht, Ausländerhass: Kündigen unsere aktuellen Krisen eine Zeitenwende und Epochenende an?

Hat unsere Politik die Turbulenzen und Verwerfungen noch im Griff, taugt Parlamentarismus für das globalisierte 21. Jahrhundert, welche Rolle spielen Forschung, Technologie, Wirtschaft?

Lora-Moderator Fritz Letsch und der Wissenschaftsjournalist Wolfgang Chr. Goede vom Netzwerk Gemeinsinn fahnden am politisch-kulturellen-soziologischen Horizont nach Konzepten für ein humanes 21. Jahrhundert.

Was versprechen Soziokratie, Demarchie und kollaborative Demokratie, wie funktionieren Ko-Kreation und Citizen Science, bringen künstliche Photosynthese Energietechnik und Umweltschutz auf Trab, Lernateliers das Bildungssystem voran?

Von Aufbruch, Ruck und und ähnlichen Bewegungen war schon öfter die rede, ist eine parlamentarische Demokratie dazu in der Lage?
Welche anderen Modelle kommen in Frage? Was erlaubt das Grundgesetz, die europäische Einigung?

Die historische DemokratieNacht von 1934 bis 1945 kann uns noch einmal aufmerksam machen, wie Demokratie erstritten wurde: Gegen Adel und Monarchie, kirchliche Bevormundung und die Hierarchien in Betrieben und Unternehmen …

Kennt Ihr den Vortrag von Prof. Reiner/Rainer Mausfeld „Warum schweigen die Lämmer?“ (bei YouTube) – da wird historisch sehr schön hergeleitet, warum die repräsentative Demokratie nicht das Volk repräsentiert…