Antwort auf Corona-Krise: Politik ko-kreativ mitgestalten!

Aufruf von Dr. Ruth Sander
Beratung & Coaching
Aufstellung und Politik im Raum
https://www.politik-im-raum.de/

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Die Medien berichten seit Wochen ausführlich über den Corona-Virus und dessen mögliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Immer mehr Länder ergreifen drastische Maßnahmen und schränken die Bewegungsfreiheit ihrer Bürger*innen ein.

Ich möchte mit Ihnen einen anderen Weg einschlagen und appelliere an Ihre Selbstverantwortung und Ihre Verantwortung für das Gemeinwohl: Sorgen Sie gut für sich selbst und entscheiden Sie, wie Sie ich selbst und andere am besten schützen wollen und können!

Was meine ich damit? Lassen Sie mich Ihnen einige Beispiele geben:

  • Wenn Sie über 60 Jahre alt sind oder an Vorerkrankungen leiden, die Ihr Immunsystem beeinträchtigen: Entscheiden Sie, ob Sie Ihre Wohnung noch verlassen wollen oder lieber einen Hilfsdienst in Anspruch nehmen wollen, der Sie mit dem Nötigen versorgt. Sie sehen Hotlines und Internet-Adressen hier eingeblendet, an die Sie sich jederzeit wenden können.

  • Wenn Sie Großeltern sind: Informieren Sie sich gründlich über die gesundheitlichen Risiken und entscheiden Sie dann, ob Sie den Kontakt zu Ihren Enkeln nur noch telefonisch oder über soziale Medien pflegen wollen oder Sie nach wie vor persönlich sehen und vielleicht auch betreuen wollen.

  • Wenn Sie Arbeitgeber*in sind: Überlegen Sie, wie und in welchem Ausmaß Sie Homeoffice für Ihre Arbeitnehmer*innen ermöglichen können.

  • Wenn Sie Arbeitnehmer*in sind: Entscheiden Sie und überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber bzw. Ihrer Vorgesetzten, inwieweit Sie im Homeoffice arbeiten könnten, notfalls auch auf Ihren privaten Endgeräten. Entscheiden Sie gemeinsam, ob Sie Datenschutzverordnungen auf Zeit aussetzen zugunsten Ihrer persönlichen Gesundheit!

  • Wenn Sie Kinder haben, die normalerweise betreut werden: Entscheiden Sie, ob Sie sie weiterhin in Schule, Kindergarten, Hort oder zur Tagesmutter geben oder lieber zu Hause behalten! Soziale Kontakte sind gerade für Kinder außerordentlich wichtig!

  • Wenn Sie Elternteil Jugendlicher sind: Überlegen Sie, wie reif und verantwortungsbewusst Ihr Kind ist, wie sehr Sie sich darauf verlassen können, dass es niemand anderen gefährdet! Sie haben die Aufsichtspflicht!

  • Und hier auch ein besonderer Appell an Jugendliche und junge Erwachsene: Ihr seid am wenigsten gefährdet; Euer Immunsystem ist voll entwickelt und stabil – einerseits. Und andererseits: Ihr seid umgeben von anderen, die Unterstützung, Hilfe und Rücksichtnahme brauchen. Nehmt Rücksicht! Bietet Unterstützung und Hilfe an!

    Das macht aber nur Sinn, wenn Ihr sicher sein könnt, den Virus auf der gestrigen Party nicht aufgeschnappt zu haben! Denkt daran, dass es nicht nur darum geht, dass Euch selbst nichts passiert, sondern überlegt, wie Euer Handeln die Gemeinschaft fördern oder auch ihr schaden kann!

Kurz, ich möchte auf Vertrauen setzen statt auf Kontrolle und Zwangsmaßnahmen. Ich denke, dass wir als Gemeinschaft und als Einzelne dadurch wachsen und uns entwickeln können. Lasst uns nicht Entscheidungen nach oben, an vermeintlich starke Männer oder Frauen delegieren, lassen Sie uns der Welt zeigen, dass wir alle starke Männer und Frauen sind, die füreinander und fürs Gemeinwohl einstehen und viele kleine, tägliche Entscheidungen treffen!

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen Gelassenheit und gute Gesundheit!

++

Dieser Aufruf ist ein Ergebnis eines Webinars zu „Cocreating Politics“. Aufgabe der Teilnehmenden war, fiktive politische Ansprachen zu entwerfen, die von Herzen kommen und möglichst viele Menschen empowern – O-Ton Ruth Sander:

„Was ich da schreibe, entspricht absolut nicht dem Mainstream. Ich habe den Eindruck, dass im Moment die meisten Bürger*innen froh und dankbar sind, wenn von oben Einschränkungen verkündet werden.
Und natürlich ist es für eine solche Ansprache jetzt schon viel zu spät, die hätte früher erfolgen müssen.
Und sie wäre vermutlich politischer Selbstmord gewesen – ein gefundenes Fressen für alle, die klare Entscheidungen fordern und vermutlich auch innerhalb der eigenen Partei nicht durchzusetzen. Aber frau darf doch hoffentlich noch träumen… 😉“

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