Von autoritären Lösungen zur Bürger-Vorsorge

otto gross aus graz
otto gross aus graz

Die Corona-Ereignisse haben massive Fehl-Entwicklungen und Unfähigkeiten in den Behörden und Regierungen sichtbar gemacht. Nicht klagen, sondern ändern ist angesagt.

Einer, der früh die Psychoanalyse auch zur Gesellschafts-Erneuerung bei den Lebensreformern vom Monte Verità einbringen wollte: Otto Gross, Freud-Schüler und Freund von Erich Mühsam in München und Berlin … ->

Die Angst ist manchmal ein schlechter Ratgeber, vor allem, wenn sie zu Panik ausartet. Die Zustimmung zu harten Einschränkungen und Lösungen ist einerseits gut zu verstehen, aber nicht auf Dauer:

Wie weiter?

Ein wirklich wichtiges und kluges Interview von Martin Sprenger, der den Krisenstab der österreichischen Regierung verlassen hat. Auch im Hintergrund 29 min zu hören: addendum.org/coronavirus/wie-weiter-sprenger/

Wir kommen nicht ohne Schaden durch diese Pandemie. Das ist unmöglich. Neben dem Schaden durch COVID-19 gibt es immer und gleichzeitig auch einen Schaden durch eine Regelversorgung im COVID-19-Modus. Und natürlich auch einen Schaden durch die Maßnahmen zur Eindämmung dieser Pandemie.

3 Phasen

 friedenstaube mit Ölzweig
friedenstaube mit Ölzweig

In der Phase 1 der ansteigenden Infektionen mag eine zentrale Handlungsfähigkeit wichtig gewesen sein, aber in der Phase 2 würde es um regionale Daten und Reaktionen gehen:

„Wir befinden uns jetzt am Beginn der Phase 2 in diesem pandemischen Geschehen. In den vier Wochen des Shutdowns hätten wir uns auf diese Phase gut vorbereiten können. Das haben wir zum Teil nicht gemacht.

Es gibt noch immer keine detaillierte Teststrategie, keine Monitoringstrategie und kein Budget bzw. Aufträge für Versorgungs- und Begleitforschung. Am Beginn dieser Phase steht wieder Unsicherheit. Wir wissen nicht, wie viele Menschen in welcher Region bereits immun sind und wie lange diese Immunität anhält.“

Mit unseren zentralen Sendern hören wir aber nur den Staatsfunk von der jeweiligen Spitze … und lesen dazwischen mehr oder weniger gute Ideen von Politiker*innen, einzelne Diskussionen und Professoren-Aussagen zu Schulen, die sich selber disqualifizieren, hören europäische Vergleiche statt Zusammenarbeit bei Geflüchteten …

„Am Beginn dieser dritten Phase steht wieder große Unsicherheit. Auf Basis der regional sehr unterschiedlichen Herdenimmunität müssen Strategien entwickelt werden, unter welchen Voraussetzungen unser soziales Leben, also zum Beispiel Feiern, Freizeitaktivitäten, Sportveranstaltungen oder Theater- und Gasthausbesuche wieder möglich sind.

Das erfordert viel politische Feinsteuerung, die Überwindung föderaler Strukturen und eine perfekte Kommunikation.

Vor allem aber erfordert spätestens diese Phase einen gesamtgesellschaftlichen Diskurs, so viel Bürgerbeteiligung wie möglich und einen transparenten, freien Zugang zu Informationen. Am Ende der Phase 3 steht entweder eine ausreichende Herdenimmunität oder eine Impfung.“ (Links zu Artikeln im FALTER)

wie-weiter-sprenger:

Die strukturellen und organisatorischen Schwächen des … Gesundheits- und Pflegesystems werden zurzeit gnadenlos aufgedeckt.

Der Link Bürgerbeteiligung verweist einfach auf eine sehr schöne Seite der österreichischen Kolleg*innen, und uns auf die Frage, wie wir in der Richtung wirken können. 

Im Allerlei der Home-Offices

Angst - Lernen -Wachstum
Angst – Lernen -Wachstum

ist auch unser Bürgerradio zu ferngesteuerten Sendungswiederholungen geraten, das durch wenige aktuelle Sendungen noch Nachrichten bringt …

… lernen und testen wir allerlei Konferenz-Schaltungen, die aber auch zwischen den Datenschutz- und Geschäfts-Interessen oft unvereinbar sind …

… entspannen sich Viele und genießen Familienleben, auch wenn andere schon wieder unruhig werden …

und schreiben die Wenigsten Kommentare, weil der Text schon wieder zu lang, die Aufmerksamkeit schon wieder weg ist?

Regionale Lösungen durch Bürgerbeteiligung:

Die Corona-Pandemie hat viele Organisationen und Einrichtungen zur Erprobung neuer Formen des gemeinsamen Arbeitens gezwungen. Büropräsenz wurde auf ein Minimum reduziert und neue Formen des virtuellen Arbeitens erprobt. Größere Versammlungen, Konferenzen und Veranstaltungen sind bis auf Weiteres nicht möglich. 

Dies bleibt nicht ohne Einfluss auf Umfang und Art der Bürgerbeteiligung in Deutschland. Das Berlin Institut für Partizipation führt hierzu eine kurze Umfrage durch, auf deren Grundlage Handlungsempfehlungen für die Politik entstehen:
lamapoll.de/bipar-corona/?responsekey=179IYC

Wir bitten Sie um Ihre Mitwirkung. Alle Angaben sind freiwillig und werden anonym erfasst und ausgewertet. Die Teilnahme dauert nur wenige Minuten. Als Teilnehmer*in können Sie am Ende des Fragebogens die Ergebnisse kostenfrei bestellen.

Gibt es schon Elternorganisationen als Gegenüber der Schulbehörden?

Auf längere Zeit vorbereiten?

Corona erinnert die Virologen an die Vorgängerin vor 100 Jahren, die an allen Fronten Hunderttausende erledigte: Der Begriff der „Spanischen Grippe“ entstand durch die Kriegs-Zeitungs-Zensur.

heise.de/hintergrund/Corona-Die-zweite-Jahrhundertseuche-4700982.html

Spanische Grippe: Kriegs-Zeitungs-Zensur